Zu WM-Medaillen und Erfahrungen gab’s Schecks

FC Chammünster ehrt Medaillengewinnerinnen der Inlineskater – Wettkampforte in Spanien und China

CHAMMÜNSTER (hh/chi). „Sportliche Erfolge kann ma mit Geld net aufwiegen“, sagte Dr. Hans-Jürgen Moser, Vorsitzender des FC Chammünster, als er am Freitag bei einer kleinen internen Feier im Vereinsheim den Medaillengewinnerinnen bei den Europa- bzw. Weltmeisterschaften im Inline-alpin-Sport in diesem Sommer als Anerkennung des Vereins jeweils einen Scheck überreichte. Denn die Prämie sei zwar sicher willkommen, aber länger würden die Erfahrungen und das Erfolgserlebnis in der Erinnerung bleiben und das Leben bereichern.

Die Freude über die sportlichen Erfolge ist groß, bei den Sportlerinnen (von links)  Lara Kögel, Magdalena und Luzia Gruber sowie Claudia Wittmann und bei Abteilungsleiter Ski und Inline Sigi Zistler (rechts) sowie FCC-Vorsitzendem Dr. Hans-Jürgen Moser.

Es bestehe die Gefahr, solche Ehrungen als Gewohnheit anzuschauen, meinte der Leiter der Ski- und Inlineabteilung im FC Chammünster, Sigi Zistler, als er die jungen Sportlerinnen, ihre Eltern und FCC-Vorsitzenden Dr. Moser zur Ehrung der erfolgreichsten Sportlerinnen in diesem Jahr begrüßte. Denn in jedem Jahr seien die Inline-Sportler des FCC in der Welt topp gewesen, doch heuer seien sie bisher am erfolgreichsten gewesen. Bei der Europameisterschaft im nordspanischen Villablino sowie bei den World Roller Games in Nanjing in China hätten sie großartige Ergebnisse eingefahren, wobei gerade die Reise nach China eine ganz eigene Erfahrung war mit dem tropischen Klima, der gigantischen Eröffnungsfeier, den strengen Sicherheitsmaßnahmen und dem anspruchsvollen Sport bei schwierigen Bedingungen, wobei der Inline-alpin-Sport in China bisher eher unbekannt ist, im Gegensatz zum Inline-Downhill-Sport.

Wenn die Medaillengewinner auch schon von der Abteilung geehrt wurden, so wolle auch der Gesamtverein seinen Dank und Anerkennung für den Einsatz der Sportlerinnen das ganze Jahr über ausdrücken, meist neben Schule, Studium oder Beruf. Als Anreiz, nicht nachzulassen, gab es Schecks aus der Hand des Vorsitzenden. Den ersten bekam Julia Hübert in Abwesenheit, da sie gerade beim Skifahren in den Alpen war. Doch das Geld für ihren zweiten Platz unter den Schülerinnen bei der Europameisterschaft wird ihr natürlich nicht vorenthalten.

Magdalena Gruber hatte aus Spanien zwei Medaillen mitgebracht, eine Bronzene im Parallelslalom und eine Silberne im Slalom. Eine positive Überraschung bei der Europameisterschaft lieferte Luzia Gruber ab, die im Parallelslalom die Goldmedaille bei den Jugendlichen gewann, was neben ihrem Können vor allem auch ihre Nervenstärke zeige.

Eine weitere Überraschung gab es bei der Weltmeisterschaft im Rahmen der World Roller Games in Nanjing, bei denen zehn verschiedene Rollen-Sportarten, die im internationalen Verband FIRS zusammengeschlossen sind, ihre Weltmeisterschaften austrugen. Denn da zeigte Lara Kögel, die erst seit diesem Jahr mit dem FC Chammünster trainiert und für ihn startet, dass sie ein Stehaufweibchen ist. Erst im Juni hatte sie sich nämlich bei einem Weltcuprennen in Warschau an der Absperrung den Fuß verletzt und musste operiert werden und nun durfte sie nicht nur bei der Weltmeisterschaft im September schon wieder an den Start gehen, sondern holte sich dort auch zwei Medaillen, eine silberne im Riesenslalom und eine in der Kombination aus Slalom und Riesenslalom.

Eine feste Bank auf Seiten des FC Chammünster ist seit Jahren Claudia Wittmann, die gerade bei sportlichen Großereignissen nichts aus der Ruhe zu bringen scheint, so dass sie eigentlich immer Medaillen nach Hause bringt. So auch in Nanjing. Beim Riesenslalom hatte sie einen Patzer, der nur Rang sechs zuließ, bei der Kombination stürzte sie, doch im Slalom fuhr sie eine Silbermedaille ein, um nur eine Hundertstel Sekunde nach zwei Durchgängen geschlagen. Das erträumte Gold bekam sie aber doch noch, als Mitglied der favorisierten deutschen Mannschaft im Teamwettbewerb, die sich den Titel wie seit Jahren nicht nehmen ließ. Bei der Europameisterschaft in Villablino erreichte sie außerdem Bronze im Parallelslalom der Damen und im Gesamtweltcup kam sie auf den zweiten Rang, obwohl sie bei einigen Rennen wegen ihres Studiums nicht teilnehmen konnte.

„Im Verein gibt es nicht so viele sportliche Höhepunkte“, fand FCC-Vorsitzender Dr. Hans-Jürgen Moser, so sei es für ihn jedes Jahr eine große Freude, wenn er zur Ski- und Inlineabteilung zu den Vereinsehrungen kommen und „eine Kleinigkeit vorbeibringen“ könne. Die sportlichen Erfolge, die Kontakte und Freundschaften, die bei den Rennen entstehen, reichten für das ganze Leben und brächten einen charakterlich weiter. Und die Sportler hätten den Namen FC Chammünster in der Welt bekannt gemacht. Es sei für ihn als Vorsitzenden immer schön, wenn bei den Sportlerehrungen der Stadt Cham oder des Landkreises der Dorfverein FC Chammünster sich mit dem großen ASV Cham messen könne, dank der Inlinesportler und ihrer Erfolge.

Das Anliegen des Vereins sei es, dass die Sportler – nicht nur die Skater oder Skifahrer – immer beste Bedingungen haben, um erfolgreich ihren Sport ausüben zu können. Den Ehrgeiz und den Fleiß müssten sie natürlich selber mitbringen. Er habe aber auch Hochachtung vor den Eltern der jungen Sportler, die viel Zeit und Geld und Engagement investierten, um ihren Kindern deren Sport zu ermöglichen und auch die Abteilung in Schuss zu halten. Dieser Einsatz könne nicht hoch genug eingeschätzt werden, zumal er solche Veranstaltungen wie die Europameisterschaft, die Weltmeisterschaft oder die Deutsche Meisterschaft, die der FC Chammünster ausrichten durfte, erst ermögliche. Manch großer Verein hätte dies nicht geschafft.

Natürlich sei der Inline-alpin-Sport ein attraktiver Sport. Früher sei Tennis mal voll im Trend gelegen, doch heute könne der Verein seine schönen Tennisplätze nicht mehr halten, weil sie nicht genutzt werden. Er wünsche den Skatern, dass ihnen nicht auch dieses Schicksal droht und sie noch lange ihren rasanten Sport auch mit Wettkämpfen ausüben können.

Sigi Zistler dankte dem FCC-Vorsitzenden für seine stete Unterstützung der Arbeit in der Abteilung, auch wenn es um solche Risiko-Veranstaltungen gegangen ist wie die Europa- und Weltmeisterschaften. Er dankte aber auch den anwesenden Eltern für ihre Arbeit bei den Rennen, etwa Erich Wittmann und seiner Frau Carola für Streckenaufbau bzw. Kuchentheken-Betreuung oder Walburga Gruber, die auch die Trainings der Kinder mit organisiert. Oder auch Claudia Wittmann, die etwa die Skikurse leitet und die Skilehrer instruiert und daneben auch die Abteilungskasse führt.

Zum Schluss, bevor sich jeder ein Essen bestellen konnte, gab Sigi Zistler noch einen Ausblick auf das kommenden Jahr, in dem die Europameisterschaft wieder in Spanien, diesmal direkt in Barcelona, stattfinden soll, während die Weltmeisterschaft in Japan, im Norden Tokios, sein soll. Als Einstimmung auf die exotischen Rennen gab es schon mal Fotos aus Nanjing und Shanghai von der diesjährigen WM und ihrem surrealen Umfeld.

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