2016 prägnantes Jahr für FCClerin Claudia Wittmann – Sportlich erfolgreich, in Ehrenamt und Studium engagiert

CHAMEREGG (hh/chi). Es war ein besonderes Jahr für Claudia Wittmann vom FC Chammünster, das Jahr 2016: zwei Weltmeistertitel, Gesamtsieg im Weltcup, deutsche, bayerische, Bayerwaldtitel im Inline-alpin-Sport, Ausbildung und Ernennung zur DSV-Skischulleiterin; dazu Abschluss des Batchelorstudiums und Beginn des Masterstudiums und Übernahme des Amts des Kassenwarts der Ski- und Inlineabteilung im FC Chammünster sowie beim Weltverband des Inline-alpin-Sports WIAC. Wie sie das alles unter einen Hut bringt? Es sind ihre ruhige, besonnene Art und ihre Nervenstärke, die sie das Studium, die vielen Trainingseinheiten und Rennwochenenden und noch die Tätigkeit als Kassier bewältigen lassen.

Am Jahresende konnte Claudia Wittmann auf sehr erfolgreiche zwölf Monate zurückblicken, sportlich, beim Studium wie für Verein und Verband.

Erfolgreich im Inline-alpin-Sport, aber auch im alpinen Skirennsport ist Claudia Wittmann ja schon seit vielen Jahren, und das immer unter dem Dach des FC Chammünster, ihrem Heimatverein, dem sie ihre sportliche Karriere mit verdankt und dem sie nun durch ihr ehrenamtliches Engagement im Verein wieder viel zurückgibt, sei es als Kassenwart oder als Ausbilderin im Ski- wie im Inlinesport. Mit etwa fünf Jahren hat sie ihren ersten Skikurs beim FC Chammünster absolviert und danach noch ein, zwei weitere. Dabei zeigte sich schon ihr sportliches Talent und sie durfte mit acht Jahren zu ihrem ersten Skirennen antreten.

Als Claudia zehn Jahre alt war, wurde im FC Chammünster als Sommertraining für die Skifahrer das alpine Inlinefahren eingeführt und die jungen Skitalente waren mit Begeisterung dabei. Mit 12 ging es dann schon zum ersten internationalen Rennen nach Zürs in Vorarlberg/Österreich. Und das auf einer Strecke, die eigentlich nichts für Kinder oder Jugendliche war: ein extrem schmaler Radweg, so dass die Läufer, die ihren Durchgang beendet hatten, nicht mal auf der Seite wieder nach oben rollen konnten, und dazu eine Steigung von bis zu 20 Prozent, die selbst erfahrenen Inline-Sportlern alles abverlangte. Aber Claudia Wittmann ließ sich dadurch nicht abschrecken und machte voll Energie weiter.

Riesige Freude bei den Teamweltmeistern, neben Claudia Wittmann ihr Chameregger Nachbar Sebastian Gruber.
Ohne größten Einsatz erreicht man nie das Treppchen: Claudia Wittmann beim Sieglauf des Rennens zum Internationalen Inlinecup vor der WM in Cham 2012.

Eines ihrer größten Rennen fuhr Claudia Wittmann dann 2007 in Cham bei der Europameisterschaft, wo sie Europameisterin wurde (im selben Jahr wurde sie noch Junioren-Europameisterin in der Schweiz, wie auch ihr Chameregger Nachbar Sebastian Gruber, der in Cham ebenfalls einen Europameistertitel holen konnte). Denn Heimrennen sind immer am schwersten, weil dann an der Strecke viele bekannte Gesichter zu sehen sind, die alle voller Erwartung auf eine Topplatzierung der hiesigen Läufer sind und die man nicht enttäuschen will. So sind die einheimischen Läufer naturgemäß viel aufgeregter als bei Rennen „in der Fremde“. Andererseits hat Claudia Wittmann gerade bei großen Rennereignissen schon immer ausgezeichnete Ergebnisse herausgefahren, da sie sich sehr gut konzentrieren kann und unheimlich nervenstark ist.

Hier lag Claudia Wittmann noch zurück, aber nach zwei Durchgängen im Finale des Parallelslaloms bei der WM 2016 war sie die verdiente Siegerin.
Claudia Wittmann (2. von links) gehört genauso wie ihre Vereinskameradinnen vom FC Chammünster Katharina Hoffmann und Magdalena Gruber (rechts neben ihr) seit Jahren zur DRIV-Nationalmannschaft (Deutscher Inline- nd Rollsportverband) unter Trainer Emil Schmohl.

Das zeigt sich vor allem beim Parallelslalom, der nur selten gefahren wird, bei dem aber der direkte Vergleich mit der Rennkollegin einen leicht verleitet, zu viel zu riskieren. „Wenn’sd‘ da aber nur a Hundertstelsekunde net aufpasst, bist scho weg, da hast scho verloren“, weiß Claudia Wittmann. Und auch der Start ist gewöhnungsbedürftig mit den Startklappen und dem festen Startzeitpunkt. Hier kann man wertvolle Sekundenbruchteile verlieren. Und das bei bis zu zehn Renndurchgängen in geringem zeitlichen Abstand bis zum Finallauf. Doch Claudia Wittmann weiß inzwischen diese Hürden zu meistern und holte sich heuer im Frühjahr in Unterensingen bei Stuttgart den Weltmeistertitel. Im übrigen errang sie hier auch im Slalom eine unerwartete Medaille und durfte sich über Silber freuen, die goldene bekam ihre Vereinskollegin Katharina Hoffmann. Zwei Weltmeisterschaftsrennen, zwei Goldene für Sportlerinnen des FC Chammünster und zwei Medaillen für Claudia Wittmann – ein „unglaubliches Wochenende“, wie es Abteilungsleiter Ski und Inline im FC Chammünster Sigi Zistler damals zu Recht nannte. Und im Herbst 2016 kam noch ein Weltmeistertitel im Mannschaftswettbewerb für die Claudia dazu, als der zweite Teil der Meisterschaften in Villablino/Spanien mit dem Teamwettbewerb und dem Riesenslalom ausgetragen wurde.

Eng an den Torstangen, eine möglichst direkte Linie, so kann man siegen: Claudia Wittmann trug mit ihrem tollen Ergebnis zum Weltmeistertitel der Nationalmannschaft 2012 bei.
Zwei WM-Rennen 2016 in Unterensingen, zwei Siegerinnen vom FC Chammünster: Katharina Hoffmann und Claudia Wittmann (Slalom bzw. Parallelslalom).

Doch diese Erfolge kommen nicht von ungefähr. Natürlich gehört Talent dazu, aber auch das sportliche Umfeld im FC Chammünster mit immer sehr engagierten und Neues wagenden Abteilungsführungen und einer harmonischen Mannschaft der Rennfahrer, in der alle Altersstufen zusammenarbeiten und sich gegenseitig unterstützen. Und dann braucht’s natürlich auch einen gewissen Ehrgeiz, Durchhaltevermögen bei immer wieder auftretenden Rückschlägen durch Verletzungen oder Formkrisen und Trainingseifer, immer, immer wieder. So trainiert Claudia Wittmann derzeit bis zu viermal in der Woche, unter der Woche, wenn sie zum Studium (Betriebswirtschaftslehre mit Schwerpunkt Internationales Management) in Passau weilt, geht sie dreimal in der Nähe von Passau auf die Strecke oder trainiert mit den Kollegen vom SC Dreiburgenland (Tittling). Am Donnerstagabend geht’s dann heim nach Chameregg und am Freitag wird mit dem Team von Trainer Peter Schödlbauer, der die Inline-Sportler des FC Chammünster und des ASV Arrach trainiert (neben der Nationalmannschaft zusammen mit Emil Schmohl aus Unterensingen), auf den Heimstrecken geübt.

Den Aufwand betreibt Claudia Wittmann, weil sie in diesem Jahr möglichst noch mehr Titel oder Topplatzierungen ergattern möchte, obwohl das immer schwieriger wird. So wechselt sie sich bei den nationalen wie internationalen Titeln seit Jahren mit Manuela Schmohl aus Schwaben in äußerst knappen Rennen ab, einmal siegt die Manuela um zwei Hundertstel nach beiden Durchgängen, dann wieder die Claudia. Und auch die nationale wie internationale Konkurrenz wird immer stärker. So drängen die Polen nach vorne, die Tschechen haben schon immer starke Läuferinnen, auch die Spanierinnen werden immer besser. Doch bei der Europameisterschaft im August im nordspanischen Villablino und dann bei der Weltmeisterschaft im September in China, da will Claudia Wittmann wieder ganz oben stehen auf dem Siegertreppchen.

Bei all ihren Erfolgen hat Claudia Wittmann aber nicht die Bodenhaftung und die Heimatbindung verloren. „Ich bin im FC Chammünster aufgewachsen, ich hab auch beim Papa gesehen, dass viele Leute wichtig sind, damit es im Verein läuft.“ (Papa Erich ist als Kfz-Mechaniker, Handwerker, Sponsorenansprecher und und und im Verein aktiv und hat seine Kinder zum Ski- und Inlinesport gebracht. Mama Carola kümmert sich um’s „Menschliche“, wie Verpflegung, im Verein.) „Ich hab durch den Verein so viel bekommen und erreicht, da möchte ich a bisserl was zurückgeben und dem Nachwuchs helfen. Als Rennläufer weiß ma, wie’s im Verein und bei Veranstaltungen läuft und auf was es ankommt.“

So hat Claudia Wittmann mittlerweile die Kassenführung der Ski- und Inlineabteilung übernommen und auch beim Weltverband führt sie seit dem Frühjahr die Kasse. Auch wenn heute durch die technischen Möglichkeiten vieles eher möglich ist als früher und per Mail oder übers Handy erledigt werden kann. Und vom Studium her ist die Claudia ja mit Buchführung vertraut. Trotzdem braucht es da schon ein ausgeklügeltes Zeitmanagement, um alles mit einem guten Ergebnis miteinander zu verbinden. Zumal sich die Claudia für den FC Chammünster auch noch zur DSV-Skischulleiterin hat ausbilden lassen und damit den viele Jahre in dieser Funktion tätigen Herbert Geiger in den wahrlich verdienten Amtsruhestand hat gehen lassen. Sie ist damit zuständig für die Qualifizierung und Schulung der Skilehrer im FCC und auch selber als Skiinstruktorin engagiert, wie diese Woche beim Skikurs des FCC am Hohenbogen. Das setzt immer regelmäßige, mehrtägige Schulungen durch den Deutschen Skiverband voraus.

Claudia Wittmann weiß, was sie dem FC Chammünster verdankt, und gibt ihm vieles als DSV-Skischulleiterin, Ski- und Inlinelehrerin oder Kassenwartin oder als Helferin bei Veranstaltungen zurück.

So liegt ein äußerst erfolgreiches Jahr 2016 hinter Claudia Wittmann, das sie außerdem auch im Studium und im Ehrenamt engagiert gestaltet hat, und ihr ist zuzutrauen, dass sie auch 2017 den harten Weg zum Erfolg mit Bravour meistern wird.

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